Die Qual der Wahl: Welches CMS darf es sein?

CMS, Headless CMS, Decoupled CMS und jetzt auch noch Hybrid Headless CMS. Da kann man schnell den Überblick verlieren. Wir potraitieren die gängigen Content-Management-System-Varianten und geben Ihnen einen schnellen Überblick.

 

Klassisch oder kopflos? Das ist hier die Frage!

Hinter klassischen Content-Management-Systemen verbergen sich mittlerweile viel mehr Funktionen als das reine Bearbeiten und Speichern von Inhalten: Personalisierung, Analytic-Tools und Workflow-Management-Systeme können ebenfalls Bestandteile eines traditionellen CMS sein. Die Folge: Die Kosten für den laufenden Betrieb, Weiterentwicklung und Upgrades steigen immer weiter; das CMS selbst wird zweifellos komplexer! Der Kanal „Website“ steht also klar im Fokus. Das bedeutet: Es gibt beinahe keine Trennung zwischen Inhalt, Layout und Design, Content Creator erstellen ihre Inhalte vorrangig für diesen Kanal. Sie arbeiten nicht nach dem Prinzip „Content first“, sondern denken in Webseiten und -layouts. Dadurch wird das Recyceln von Inhalten zu einer Herausforderung, denn weder eine inhaltlich noch eine formale Adaption für beispielsweise Social Media ist möglich.

Was ist aber, wenn Sie mehr als „nur“ eine neue Website benötigen? Möchten Sie all Ihre Inhalte an einem Ort pflegen können, egal ob Sie diese für einen Webauftritt, eine Mobile App oder für Printmedien ausspielen wollen? Dann könnte ein Headless CMS in Betracht gezogen werden. Das Content-Management-System entkoppelt das Frontend (die Besucherseite) via REST-API vom Backend (die Administrationsoberfläche) und darin liegt der größte Unterschied zum klassischen CMS.

 

Weitere CMS-Varianten

 

Decoupled CMS: Das Beste aus zwei Welten?

Doch nicht für jeden ist ein Headless CMS die richtige Wahl: Wer ohnehin nur eine Ausgabe für seine Inhalte benutzt, macht es mit dem Wechsel zur neueren Architektur unnötig komplizierter. Die Server müssen mehr leisten, Kosten und Aufwand steigen und auch das Frontend muss unter Umständen selbst aufgesetzt werden. Bei einem traditionellen CMS wird die Gestaltung des Frontends durch die Template-Engine übernommen. Und auch Content Creator werden eine wichtige Komponente vermissen: In einem Headless CMS gibt es keine Vorschauansicht für gepostete Inhalte! Denn das Backend kann durch die Trennung der Bereiche nicht wissen, wie der Inhalt dargestellt werden soll. Jetzt kommt das Decoupled CMS ins Spiel.

Alle Bereiche, also technisches Backend, Autoren-Backend und Frontend, werden beim Decoupled CMS komplett voneinander getrennt und sind nur über Schnittstellen in einer Software miteinander verbunden. Häufig wird der Begriff auch für Headless Content-Management-Systeme verwendet. Weitere Touchpoints können über die API in das Frontend eingebunden werden.

Die Eigenschaft „Decoupled“ trifft prinzipell auch auf Headless CMS zu: Backend und Frontend sind keine Einheit mehr. Das Progressive Decoupling definiert jedoch eine Methode, bei der das Frontend nicht entfällt, sondern APIs zugeschaltet sind. Durch diese Erweiterung läuft die Ausgabe immer noch über das CMS und weitere Frontends lassen sich problemlos über ein Plug-in andocken.

Auf diese Weise bleiben die Vorteile eines klassischen CMS bestehen: Die Darstellung der Inhalte erfolgt über die systemeigene Engine, inklusive der vorhandenen Formatvorlagen. Und wer seinen Content beispielsweise zusätzlich über eine App anbieten möchte, kann die Daten hierfür aus der hinzugefügten API erhalten. Damit ergänzen sich die Vorteile von Headless CMS und klassischem CMS in dieser erweiterten Variante.

 

Vom klassischen CMS zum Decoupled CMS

Auch Anbieter traditioneller Content-Management-Systeme denken gerade um: Zum Beispiel hat WordPress ab Version 4.7 die REST-API als integralen Bestandteil definiert, vorher war die Zuschaltung nur über ein Plug-in möglich. Dadurch allein wird es allerdings noch nicht zu einem Headless CMS: WordPress wird stattdessen zu einem Decoupled CMS. Template-Engine-Liebhaber können wie gehabt mit den Content-Lösungen arbeiten, während Verwaltungs-User ihren Nutzen aus der eingefügten Schnittstelle ziehen. Das Open-Source-CMS Drupal kann ebenfalls zu einem Hybriden umfunktioniert werden: Ab Version 8 ermöglichen die RESTful Web Services, die Ausgabe von Inhalten in weiteren Frontends.

Hybride Headless Content-Management-Systeme werden zugleich als Decoupled Systems bezeichnet, da sie Content vom Frontend-Delivery-Layer „entkoppeln“ ohne den „Kopf“ vollständig aus der Gleichung zu entfernen. Marketing-Templates und Autoren-Tools können somit weiterhin genutzt werden.

 

Hybrid Headless CMS – der nächste logische Schritt der CMS-Evolution

Einige Anbieter erweitern mittlerweile den klassischen Headless-Ansatz um einen Hybriden. Doch aus welchem Grund? Ein Hybrid Headless CMS kombiniert alle Vorteile eines reinen Headless CMS mit den Eigenschaften eines klassischen CMS – und beugt dabei Headless-CMS-Konflikte vor. Folgende Funktionen finden in einem Hybrid Headless CMS Anwendung: Navigation, Sicherheit, Workflows, Zugriffskontrolle, Caching und Link-Management. Die Investition in Zeit und Geld für das Schreiben, Integrieren und Pflegen dieser Funktionen ist also überflüssig!

Ein Praxisbeispiel: Das hybride Headless CMS RYVE nutzt Features wie Rich Text Editoren, Seitenbäume, Smart-Layouts und intelligente Vorschaufunktionen zur Simulation der Ausgabe für angehängte Frontends.

Wählen Sie weise.

Egal für welches Content-Management-System Sie sich entscheiden möchten: Es muss zu Ihnen und Ihren Bedürfnisse passen. Wir unterstützen Sie gerne und evaluieren Ihre Möglichkeiten bei einem kostenfreien Erstgespräch!