Short News Oktober: Social Media kurz eingeordnet

Short News Oktober: Social Media kurz eingeordnet

Im Oktober 2026 haben die großen Social-Media-Plattformen wieder einige Neuerungen vorgestellt. LinkedIn möchte die Vernetzung zwischen Nutzer*innen stärken, Instagram erweitert seine Kreativtools und Facebook ermöglicht mehr Einfluss auf persönliche Empfehlungen. Gleichzeitig setzt TikTok verstärkt auf künstliche Intelligenz in der Werbeplanung.

Wir zeigen, welche Entwicklungen besonders interessant sind und was sie für Unternehmen und Social-Media-Verantwortliche bedeuten.

LinkedIn testet neuen Netzwerk-Feed und erweitert Creator-Funktionen

LinkedIn hat am 15. Oktober verschiedene Neuerungen angekündigt, mit denen Nutzer*innen ihre beruflichen Kontakte leichter pflegen und ihre Inhalte gezielter präsentieren können.

Besonders interessant ist der neue Network Feed, den LinkedIn derzeit in ausgewählten Ländern testet. Dieser zeigt gezielt Beiträge von bestehenden Kontakten und Personen, denen man folgt.

Der Feed soll es erleichtern, relevante Inhalte aus dem eigenen beruflichen Netzwerk zu entdecken. Die Testphase läuft zunächst unter anderem in den USA, Großbritannien, Indien und Australien. Wann die Funktion in Deutschland verfügbar sein wird, ist bislang offen.

Darüber hinaus führt LinkedIn weitere Funktionen ein:

Kommentare anpinnen: Beitragsersteller*innen können besonders hilfreiche Kommentare hervorheben und dadurch Diskussionen gezielter strukturieren.

Digitale Visitenkarten: Nutzer*innen können personalisierte digitale Visitenkarten erstellen und ihre Kontaktdaten einfacher teilen.

Profilnotizen: Premium-Nutzer*innen können private Notizen zu Kontakten hinterlegen, beispielsweise um sich an frühere Gespräche zu erinnern.

Auch für Content Creator gibt es Neuerungen. Ein überarbeitetes Dashboard soll künftig dabei helfen, Inhalte und deren Performance zentraler zu verwalten.

Was bedeutet das für Unternehmen?

Gerade auf LinkedIn ist der Austausch mit der eigenen Community ein wichtiger Bestandteil der Kommunikation. Der geplante Netzwerk-Feed könnte dazu beitragen, Beiträge von bekannten Kontakten stärker in den Vordergrund zu rücken.

Für Unternehmen und Corporate Influencer lohnt es sich deshalb weiterhin, aktiv auf relevante Diskussionen einzugehen und den Austausch mit der eigenen Zielgruppe zu pflegen.

Die Möglichkeit, Kommentare anzupinnen, kann außerdem hilfreich sein, um interessante Ergänzungen oder Antworten auf häufige Fragen direkt unter einem Beitrag sichtbar zu machen.

Instagram Edits bekommt neue Funktionen für Carousel-Posts

Die Instagram-App Edits wurde ursprünglich vor allem für die Videobearbeitung entwickelt. Im Oktober hat Meta die Möglichkeiten erweitert: Nutzer*innen können jetzt auch Carousel-Beiträge innerhalb der App gestalten.

Die neue Funktion ermöglicht es, mehrere Bilder und Videos miteinander zu kombinieren und die einzelnen Slides kreativ aufzubereiten.

Dabei stehen verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten zur Verfügung, darunter Layouts, Schriftarten, Texteinblendungen, Effekte und individuell erstellte Sticker.

Einige der bereits bekannten Bearbeitungsfunktionen aus dem Videobereich lassen sich dadurch auch für klassische Karussellbeiträge nutzen.

Die neuen Carousel-Werkzeuge sind zunächst in der iOS-Version verfügbar. Eine Erweiterung auf Android wurde angekündigt.

Warum ist das interessant für Social-Media-Teams?

Carousel-Beiträge sind ein beliebtes Format, um Tipps, Anleitungen und komplexere Informationen verständlich aufzubereiten.

Für Marken und Content Creator bietet die Erweiterung eine zusätzliche Möglichkeit, solche Beiträge direkt innerhalb des Instagram-Ökosystems zu erstellen.

Besonders bei kurzfristigen oder spontanen Inhalten könnte das den Produktionsprozess vereinfachen, weil sich mehrere Bearbeitungsschritte innerhalb einer App erledigen lassen.

Ob Edits langfristig eine Alternative zu etablierten Designprogrammen wird, hängt von den individuellen Anforderungen ab. Für umfangreiche Brandings, komplexe Layouts oder die Zusammenarbeit größerer Teams bleiben spezialisierte Gestaltungstools weiterhin interessant.

Die Entwicklung zeigt aber, dass Instagram sein Angebot für die eigenständige Contentproduktion weiter ausbaut.

Facebook lässt Nutzer*innen ihren Algorithmus stärker beeinflussen

Meta hat am 13. Oktober neue Möglichkeiten vorgestellt, mit denen Facebook-Nutzer*innen die Inhalte in ihrem Feed und bei Reels gezielter steuern können.

Im Mittelpunkt steht die Funktion „Your Algorithm“.

Damit können Nutzer*innen künftig ihre Interessen direkt angeben und beeinflussen, welche Themen sie häufiger oder seltener sehen möchten.

Besonders interessant ist die Integration von künstlicher Intelligenz: Statt lediglich vorgegebene Interessenkategorien auszuwählen, können Nutzer*innen ihre Wünsche in natürlicher Sprache formulieren.

So lässt sich beispielsweise beschreiben, welche Themen aktuell besonders interessant sind oder welche Art von Beiträgen künftig weniger häufig angezeigt werden soll.

Die Empfehlungen sollen sich daraufhin innerhalb der laufenden Nutzung anpassen.

Zusätzlich erweitert Facebook die Möglichkeiten, direkt bei einzelnen Beiträgen Feedback zu geben. Nach der Auswahl von „Interessiert“ oder „Nicht interessiert“ können weitere Fragen helfen, die persönlichen Vorlieben genauer zu erfassen.

Was verändert sich für Unternehmen?

Die Neuerung zeigt, dass Plattformen ihre Empfehlungen zunehmend auf konkrete Interessen und den aktuellen Kontext ihrer Nutzer*innen ausrichten.

Für die Contentstrategie bedeutet das vor allem, die Bedürfnisse der eigenen Zielgruppe genau zu verstehen.

Unternehmen sollten sich deshalb regelmäßig damit beschäftigen, welche Fragen ihre Community hat und welche Inhalte tatsächlich Interesse auslösen.

Ob und wie sich die neuen Steuerungsmöglichkeiten langfristig auf die organische Reichweite von Unternehmensseiten auswirken, bleibt abzuwarten.

Fest steht jedoch, dass Meta den Nutzer*innen mehr Möglichkeiten zur Personalisierung ihres Feeds geben möchte.

TikTok erweitert KI-Funktionen für Werbekampagnen

Auch TikTok setzt verstärkt auf künstliche Intelligenz. Anfang Oktober hat die Plattform verschiedene Neuerungen für Werbetreibende vorgestellt, die die Kampagnenplanung und Anzeigenoptimierung vereinfachen sollen.

Im Mittelpunkt stehen Erweiterungen der Automatisierungslösung Smart+.

Mit „Search Ads Campaign, powered by Smart+“ möchte TikTok die Schaltung von Suchanzeigen stärker automatisieren. Die Technologie unterstützt Werbetreibende unter anderem bei der Auswahl von Keywords und Werbemitteln.

Damit sollen Unternehmen Nutzer*innen gezielter erreichen können, die innerhalb von TikTok aktiv nach Produkten, Dienstleistungen oder bestimmten Themen suchen.

Eine weitere Neuerung ist Smart+ Creative Selection.

Die Funktion führt unterschiedliche Werbemittel in einem gemeinsamen Freigabeprozess zusammen. Dazu zählen vorhandene Unternehmensinhalte, KI-generierte Creatives und Inhalte von Creator*innen.

TikTok kann passende Kombinationen für eine Kampagne vorschlagen. Die Entscheidung darüber, welche Werbemittel tatsächlich eingesetzt werden, bleibt bei den Werbetreibenden.

Darüber hinaus arbeitet die Plattform daran, KI-Agenten stärker mit ihrem Werbesystem zu verbinden. Über entsprechende Schnittstellen sollen künftig zusätzliche Arbeitsschritte bei der Kampagnenverwaltung unterstützt werden.

Was bedeutet das für das Social-Media-Marketing?

Die Neuerungen verdeutlichen, dass KI in der digitalen Werbung zunehmend operative Aufgaben unterstützt.

Für Marketingteams können solche Funktionen besonders bei umfangreichen Kampagnen mit zahlreichen Anzeigenvarianten interessant sein.

Allerdings bleibt es entscheidend, Kampagnenziele klar zu definieren und die Ergebnisse regelmäßig zu überprüfen. Automatisierung kann bei der Umsetzung helfen, benötigt aber eine sinnvolle strategische Grundlage.

Auch die Qualität der eingesetzten Creatives bleibt ein wichtiger Faktor für den Kampagnenerfolg.

Was daraus hängen bleibt

Die Social-Media-Entwicklungen im Oktober zeigen, dass die Plattformen unterschiedliche Schwerpunkte setzen.

LinkedIn investiert in die Vernetzung seiner Mitglieder, während Instagram zusätzliche Funktionen für die Contentproduktion bereitstellt. Facebook gibt seinen Nutzer*innen mehr Einfluss auf persönliche Empfehlungen und TikTok entwickelt seine KI-gestützten Werbewerkzeuge weiter.

Für Unternehmen lohnt es sich, diese Veränderungen im Blick zu behalten und regelmäßig zu prüfen, welche neuen Funktionen für die eigene Social-Media-Strategie sinnvoll sein könnten.

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Dirk Breunich
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